storys b: 9-16

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storys b: 9-16

Beitrag  Turatso am Mi Sep 08, 2010 5:24 am


Brief mit der Bestellung des Nixenfangs an den Klan «Rote Äxte»

Ehrenswerte Mitglieder des heldenmütigen Klans «Rote Äxte», ich bitte euch, meine einfache Bestellung anzunehmen. Ich habe viel über euer Geschick und Macht gehört, über Fähigkeiten und Qualifikation, über die Entschlossenheit, Sachen jeder Komplexität zu übernehmen, und habe deshalb entschieden, mich mit der gegebenen delikaten Frage an euch zu wenden. Zu mir sind Gerüchte gedrungen, dass ihr das Fangen von lebendigen Nixen für eine großzügige Belohnung übernehmt. Ich bin sehr daran interessiert. Mein Wohlstand ist in letzter Zeit wesentlich gewachsen, und ich würde gerne mich und meine Gäste mit etwas ungewöhnlichem erfreuen, etwas, was sie kaum bei anderen bewundern können. Ich bin bereit, euch für diese heikle Arbeit großzügig zu belohnen, umso mehr, als dass die Sache keine gewöhnliche ist und eine spezielle Herangehensweise erfordert. Eine Anzahlung wird euch mein Diener sofort übergeben, sobald ihr das Einverständnis für die Bestellung gebt. Den übrigen Teil bin ich bereit, persönlich beim Erhalten der so wertvollen Ware zu übergeben. Mir wäre es wichtig, dass das Aussehen der Nixe nicht irgendwie beschädigt ist, dass sie gelenkig ist und nicht krank. Ich wiederhole noch einmal, dass ich um Mittel nicht verlegen und bereit bin, einen ganzen Haufen Goldmünzen für die schnelle Ausführung der Bestellung auszuschütten. Untertänigst, Würdenträger Reifus.

Aus den Beobachtungen der Nixe beim Wasserfall Lumirje

Unser Klan hat eine Auftragsarbeit erhalten, für die ein ganzer Berg Goldmünzen versprochen wurde: die Bestellung zum Fangen einer Nixe. Wir haben nicht gezögert und haben uns an die Arbeit gemacht. Fürs erste mussten wir den Fischschwanz beobachten, um am Ende des zweiten Tages, noch bevor das Licht Mirrous anfängt zu verlöschen, die Beute dem Reichen zu übergeben, und danach werden unsere Taschen bis oben mit gutem Gold gefüllt sein. Die Auswahl fiel auf eine sorglose Nixe, eine lustige und sehr schöne. Zwei Tage wir haben in diesem Sumpf verbracht, um ihren Reiserouten und Beschäftigungen nachzuspüren und herauszubekommen. Hm.., man kann sagen, das Nixenleben ist nicht mit Problemen belastet. Velena, so heißt der Fischschwanz, verbringt den Vormittag damit, sich auf einem Feldstein zu rekeln und ihr Haar zu bürsten. Nachdem sie ihr Spiegelbild im Wasser genug bewundert hat, vergnügt sie sich gewöhnlich mit anderen "Fischschwänzen» unter dem Wasserfall. Zusammen erzeugen sie ein unerträgliches Getöse und Lärm. Unsere Beute ist furchtlos und leichtsinnig genug, dass sie ohne Zweifel ein guter Trumpf beim Erhalten der Belohnung wird, vielleicht können wir mehr Münzen rausschlagen. Nach dem Mittag versteckt sie sich unter dem Wasser, wahrscheinlich schläft sie sich nach den wilden Spielereien aus, da sie später auf dem Feldstein mit sauren Gesichtsausdruck erscheint und anfängt sich schön zu machen. Den zweiten Teil des Tages amüsiert sich der Fisch wieder. Zusammen mit den anderen stimmt sie ein wehmütiges Lied an, das einen mit furchtbarer Kraft zum Wasser zieht, wie eine Ratte, die mit Pfeifenspiel gelockt wird. Viele Schwache von denen, die es nicht schaffen zu sich zu kommen, werden als Krabbenfutter auf den Grund gezogen. Wir mussten und selbst die Ohren verstopfen, um nicht zur Beute zu werden. Die dumme Nixe erwies sich als ziemlich versessen auf auffallende Sachen. Das von uns ausgeworfene Diadem hat sie schnell von der Küste geklaut. Ihre Neugierde überwindet die Angst – das muss man unbedingt bei der morgigen Jagd ausnutzen.

Der Fang der Nixe

Feste Netze, nach Schlamm und muffigen Fischgeruch riechend, wurden neben einen grauen Sack gelegt – die Ausrüstung für den Nixenfang war fertig. Die Beine mit Filz umwickelt, schritt ich mit meinem Partner durchs dichte Gras, auf der Suche nach einem verborgenen Fleckchen für den Hinterhalt. Der ekelhafte Wasserfall lag uns schon schwer im Magen, aber wir hatten die Goldberge vor den Augen, die uns der Reiche versprochen hatte. Der Fischschwanz ließ nicht lange auf sich warten. Sie erschien zur erwarteten Zeit aus dem Wasser und nahm ihren gewohnten Platz ein. Wir warfen eine glänzende Sache auf die Küste, um sie zu ködern. Natürlich blieb ihren neugierigen Augen nichts verborgen. Der dumme Fisch machte sich, geschickt auf dem Wasser gleitend, auf zur Küste. Der leise Pfiff des Strickes durchschnitt die Stille, der Rand des Netzes spaltete den Wasserspiegel mit lautem Plätschern entzwei. Die Nixe versteckte sich verzweifelt im Fischnetz, das Wasser mit ihrem riesigen Schwanz peitschend. Ängstlich schaute sie sich nach allen Seiten um, aber sah nichts, außer den straffen Maschen des Netzes, die ihren Körper zusammenpressten. Wir machten uns daran, die Beute aus dem Wasser herauszuziehen. Der Fischschwanz hakte sich im Sand fest an und überschüttete uns mit Flüchen, die ich sogar in Gliwens' Schänke noch nicht hörte. Mein Partner packte sie am Schwanz und befreite sie mit schnellen Bewegungen vom Netz. Ich schaute, ob es an ihr auch keine Wunden oder Beschädigungen gab. Ihr Anblick war beklagenswert, wie bei einer nassen Katze. Zufrieden mit der gemachten Arbeit steckten wir die sich beruhigende Beute in einen Sack, den wir mit einem Seil zuschnürten. Die Sache war erledigt, jetzt blieb nur übrig das uns Zustehende zu bekommen.


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10. Story (GW 10)

Beitrag  Turatso am Mi Sep 08, 2010 5:25 am


Einst lebte ein kleines Volk, das eine tiefe Höhle sein Haus nannte, nicht einfach nur von den übrigen Rassen isoliert. Nachdem es einmal dorthin gelangt war, verließ es die Grenzen der Höhle nicht mehr und begnügte sich damit, was ihm das Innere der dankbaren Erde geben konnte. Immer tiefer in die unendlichen Tunnellabyrinthe hinabsteigend, erfuhren die Wesen, die sich Alden nannten, Geheimnisse, die hier Jahrtausende lang geschützt vor unbefugten Blicken lagen. Mit der Zeit gewöhnten sie sich an die ewige Dunkelheit, vergaßen wie das Himmelslicht leuchtet, lernten Häuser aus abgebrochenen, jahrhundertealten Stalaktiten zu bauen und sich Nahrung aus klaren, weder von Menschen, noch von Elfe oder Zwergen berührten Gewässern zu beschaffen. Die unterirdische Welt, in die sie hinabgestiegen waren, erwies sich als unglaublich reich und großzügig. Das Labyrinth schenkte den Alden ganze Räume voller Edelsteine und Goldvorkommen, aus denen sie Becher, Münzen, Schmuck und sogar Waffenteile gossen. Über die Jahre wuchs unter den dunklen Höhlengewölben eine riesige Stadt, an Schönheit und Reichtum unvergleichlich. Im Herz der Stadt errichteten die Alden eine Gruft, wo eine unschätzbare Reliquie untergebracht wurde - ein heiliger Kelch. Seit Ewigkeiten bewahrte und behütete dieses Volk ihn, denn es war ein mächtiges Artefakt, es vergrößerte die Kraft seines Besitzers um hundert Mal. Seine Möglichkeiten waren praktisch grenzenlos – in den Händen eines geschickten Zauberers hätte er die Stadt in eine wunderbare Oase verwandeln können. Aber jedes Mal, wenn jemand den Kelch für seine Zwecke einsetzte, geschah ein eigentümlicher Umschwung – die Harmonie des Daseins war gestört. Um sie wieder herzustellen, folgte dem Guten im Wechsel das Böse, mit derselben Kraft. So würde ein Jüngling, der sich einen Krug Ale herbeizauberte, am selben Abend auf der Straße von Räubern ausgeraubt. In einer Welt, in der dank den Bemühungen von irgendjemandem beinah vollkommene Schönheit herrschte, könnte eine ganze Zivilisation durch eine Epidemie von Gelbfieber verschwinden. Nach den Gesetzen des Gleichgewichtes folgt dem Licht beständig die Finsternis, und die unsichtbare Grenze, die diese beiden Naturen vereinte, war der heilige Kelch. Die Alden verstanden, wie gefährlich das Verwenden dieses Artefaktes war und hielten es deshalb für ihre Pflicht, es vor jeglicher Anwendung zu schützen. In dieser Zeit breite sich eine neue Stadt aus, reich an fruchtbarer Erde, nützlichen Bodenschätzen, heilsamen Wassern, sie erstarkte und füllte sich mit ungewöhnlichen Tempeln und Kultorten, bereichert mit seltenen Fundstücken aus den entferntesten Winkeln der riesigen Höhle. Die Alden nannten diesen Ort Luafast, zu Ehren ihrer weisen Gebieterin Luaja. Sie war es, die alle Hoffnung auf Erneuerung in den Minuten der Kraftlosigkeit und der Verzweiflung gab, wenn ihr Volk gezwungen war, auf der Suche nach Nahrung und Obdach umherzuwandern. Das Labyrinth der unterirdischen Stadt wurde für die Alden nicht nur zum Haus, sondern auch zu einer sicheren Zuflucht, die vor Invasionen vor Fremden schützte. Nachdem sie sich eingewöhnt hatten, fühlten sie sich endlich in Sicherheit und konnten frei atmen. Aber das Glück währte nicht lange, denn eines Tages bat einer der Berater der Königin um Eintritt in ihre Gemächer und erklärte nach einem langen Gespräch, dass er nicht länger wünscht, in Angst vor der magischen Kraft des Kelchs zu leben, um so mehr, als dass seine Verwendung das Wohl der Welt verheißt. Er erzählte, dass er einen besonderen Wunsch habe, dessen Erfüllung keine Not bringen würde. Dieses Gesuch beunruhigte die Gebieterin stark und sie verbot aufs Allerstrengste, ohne ihr Wissen und ihre Zustimmung etwas zu unternehmen. Aber der Berater war von seinen eigenen Gedanken so geblendet, dass er der weisen Frau gar nicht zuhören wollte. Er wiederholte hartnäckig, wie wahnsinnig, seinen sehnlichen Wunsch, versprach aber schließlich, nichts auf eigene Faust zu unternehmen. Die ganze Nacht konnte Luaja, geplagt von schweren Gedanken, nicht einschlafen, und am folgenden Morgen wurde ihr Schlummer von einem lauten Stimmengewirr unterbrochen. Hunderte Bewohner hatten sich am Eingang der Gruft versammelt, und schauten verblüfft auf die gebrochene Tür, die aus mehreren Flügeln bestand. Der Ald, der sich Zauberer nannte, hatte dem Befehl der Gebieterin nicht gehorcht und war in die Zitadelle eingedrungen, wo sich der Kelch befand. Einzig der Schöpfer weiß, welche Beschwörungen er las um die Kraft zu wecken, und man kann nur erraten, was dann weiter geschah. Aber jetzt lag der leblose Körper des Beraters am Sockel, und in den weit geöffneten, erstarrten Augen konnte man tiefen Schrecken erkennen. Was wünschte er sich bloß von der unversiegbaren Quelle? Welche Strafe erwartet sein Volk nun für die Erfüllung seines letzten Wunsches? Nach diesem Vorfall veränderte sich die gewöhnliche Lebensweise des Labyrinthes von Grund auf. Die Alden blieben einer nach dem Anderen der Arbeit fern, beklagten sich über ständige Müdigkeit, Hitzewallungen und manchmal Fieber. Selten traf man jemanden außerhalb seines eigenen Territoriums an: es war, als ob die Stadt in einen langen, krankhaften Traum gefallen war. Er schien endlos und unaufhörlich, aber nach einigen Wochen versetzte ein ungewöhnliches Ereignis das Volk wieder in Aufregung: in Luafast erschienen giftige Skarabäen. Die Bewohner konnten sich später nicht besinnen, wie sich jeder Korridor des unendlichen Labyrinthes plötzlich mit kugelförmigen Körperchen füllte. Wenn ein Ald sich entschied, zum Brunnen oder nächsten Laden zu gehen, so knirschten und platzten unter seinen Füßen die Körperchen und verspritzten einen grünen, schlecht riechenden Schleim. Königin Luaja verstand nicht sofort, wodurch solch eine Invasion hervorgerufen sein könnte. Die Antwort kam einige Tage später, als das über die Ufer tretende Wasser der Höhlenseen bis zu den Zäunen entfernter Häuser gelangte. Davor also liefen die Käfer davon! Sie retteten sich vor der Überschwemmung! Was hatte der verfluchte Berater vor seinem Tod gewünscht? Keine Reichtümer der Welt wogen jenen Schrecken auf, mit denen jetzt die Bewohner der unterirdischen Höhlen gequält wurden! Die Alden sammelten eilig so viele Lebensmittel wie sie konnten, und verließen ihre Häuser auf der Suche nach einem sichereren Obdach, in dem sie einige Tage warten könnten. Aber die brodelnden, pechschwarzen, wie lebendigen Ströme beeilten sich, die Entlaufenen einzuholen. Der Wasserstand stieg so augenblicklich, dass man durch die tosenden Wellen nur noch die Dächer der Häuser bemerken konnte. Schäumend und in Strudeln gipfelnd, breiteten sich die Wellen aus, schlugen mit rasender Kraft an die Wände des Höhlentunnels, zerstörten Stalaktiten und erhoben sich wütend heulend und zischend. Der heilige Kelch glänzte in den Händen Luajas, als ob er frohlockte. Das von ihm erzeugte Übel ergänzte den Leerraum, der die Harmonie aus dem Gleichgewicht brachte. Jedes Mal, wenn die nächste Welle einen Ald verschluckte, wurde sein Leuchten heller und durchdringender. An jenem Tag kam fast die ganze Bevölkerung von Luafast um. Die Wenigen, denen es gelungen war am Leben zu bleiben, drängten sich auf einem winzigen Felsvorsprung und hofften vergeblich, dass das Wasser früher oder später absinken würde. Den Anbruch der Nacht verbrachten sie in Grabesstille, beweinten die Toten bitterlich, und achteten beunruhigt auf das rhythmische Plätschern der Wellen. Damit war das Unglück nicht zu Ende, denn genau um Mitternacht weckte die erschöpften Alden ein mächtiger Stoß direkt aus dem Erdinneren. Nach einer Minute fielen Säulen aus Staub und Steinstücken von den Felsgewölben, die die nach der Überschwemmung erhalten gebliebenen Häuschen und schönen goldenen Statuen entstellten. Allmählich wurden sie von großen Steinen, und dann von riesigen Steinklötzen ersetzt, die lärmend ins immer noch nicht sinkende Wasser fielen und dabei eine Unzahl an Spritzern verursachten. Die Wände des Labyrinthes erzitterten, fingen an abzubröckeln, durchzogen sich mit gewundenen Rissen und bedeckten sich mit schwarzen Kratern. Die ganze Höhle begann zu wanken, als ob sie Anlauf dazu nahm, die seit langem lästigen, schweren Auswüchse wegzuschleudern und alles in ihrem wütenden Ausbruch zu zerstören. Die Alden konnten nirgendwohin weglaufen. Am äußersten Rand des Steinplatzes stehend, sahen sie zum letzten Male auf die sterbende Stadt und lauschten dem klagenden Stöhnen der klingenden Stalaktiten. Und es war in ihrem Herz kein Platz für Angst, weil sie die Unumkehrbarkeit des Geschehenden verstanden. Dies war die Abrechnung für den begangenen Fehler, und sie war unvermeidlich. In einer der Nischen der Höhle loderte in hellen Flammen das heilige Artefakt und erglänzte zum letzten Male in Millionen Funken, die sich im Nichts der Höhle verloren. Die Harmonie der Kräfte war wieder hergestellt. Viele Legenden und Geschichten dichteten sich die Reisenden und Liedermacher zusammen, dem riesigen unterirdischen Labyrinth gewidmet, das unter sich ein ganzes Volk begrub. Kaum geboren, flogen sie in kleine Dörfer und große Städte, und wurden jedes Mal in neuen Farben und Einzelheiten ausgeschmückt. Und irgendwo tief unter der Erde warten glänzenden Becher, hell leuchtende Kristalle und mit Smaragden verzierte Diademe auf ihre neuen Besitzer. Im Zentrum der riesigen Schatzkammer ruht der unter den Knochen beerdigte heilige Kelch. Es wird der Moment kommen, und der nächste Kühne, der sich für einen Zauberer hält, wird wagen, seine vergiftete Kraft anzurühren, auf dass sich die Geschichte wiederholt und ihren unendlichen Zyklus fortsetzt.


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11. Story (GW 11)

Beitrag  Turatso am Mi Sep 08, 2010 5:27 am


Der wunderbare Garten.
… Welwena spazierte mit einem Lächeln auf dem Mund zum wiederholten Mal um ihren Besitz herum. Den wunderbaren Blumengarten, dessen vollberechtigte Besitzerin sie war, hielt die Zauberin für ihre größte Errungenschaft, ihren größten Stolz und ihre größte Kostbarkeit. Da sie nur über mittelmäßige Zauberfähigkeiten verfügte, galt Welwena als Zauberin des niedrigsten Gliedes, an die man sich nur für Massenerschaffungen oder bei der Erschaffung der Beschwörung "Kreis der Hexen» wandte - wenn sich die Zauberinnen an den Händen fassten und eine Kette für die Energieübertragung an die stärkste Zauberin bildeten. Aber das Mädchen schätzte ihre Fähigkeiten objektiv ein, deshalb beschäftigte sie sich nicht nur mit Dingen, die ihr lagen, sondern auch mit solchen, die ihre Bedeutsamkeit, ihren Stellenwert im Kreis der Diener der Zauberei sicherte. Sie reiste viel in den Welten und Ländern, studierte und sammelte alle möglichen Zauberblumen und -gräser, nahm Unterricht bei großen Zauberheilern und Kräuterkundlern, und schuf zu guter letzt ihren eigenen Garten. Es war ein erstaunlicher Garten - man fand darin keine Blumen, die in dieser Welt nur existieren, um schön zu sein - alle Pflanzen, von Welwenas guten Händen sorgsam in die Erde gesetzt, besaßen außerordentlich wundertätige Eigenschaften. Der zartrosa Wahrling konnte mit Leichtigkeit ein beliebiges Wesen der Lüge überführen, er wechselte seine Farbe zu blau oder blutigrot, womit er entweder die Reinheit der Absichten des Sprechenden bestätigte, oder, im Gegenteil, seiner Unaufrichtigkeit ans Licht brachte. Die unauffällige weißblaue Belles konnte ein beliebiges Mädchen in eine ungewöhnliche Schönheit verwandeln, es reichte, nur die Blume ins Haar zu stecken. Die aromatische, bläulich-schwarze Amemor vernebelte die Vernunft eines Konkurrenten, ihm das Gedächtnis nehmend, indem sie ihm einfach von irgendwelchen wie auch immer gearteten Erinnerungen befreite. Welwena hatte auch solche gefährlichen Blumen, für deren Pflege man sogar eine besondere Ausrüstung brauchte. Der Kummerblume, die fähig war, die ganze Kraft aus ihrem Opfer in einem Augenblick auszusaugen, näherte sich die Zauberin nicht ohne die notwendigen Verneiner des Unarius. Ebenso half dieses Artefakt beim Umgang mit der Feuerblume – eine grellrote Blume, deren Blumenblätter die Hände wie Flammen verbrannten. Welwenas "Lieblingsbewohner" der Orangerie waren die Stimmungsblumen. Der bunt schillernde Fan-Fan absorbierte restlos Traurigkeit, und gab dafür Energie der Freude und der Seelenruhe. Der kalte und unlebendig wirkende Birber dämpfte den Überfluss der Leidenschaften und brachte Melancholie in die Seele. Welwenas wunderbarer Garten zog eine Menge Besucher an, an Interessenten, diese oder jene Zauberpflanze zu erwerben gab es keinen Mangel. Bei den wandernden Rittern war Fereja besonders populär – ein wohlriechendes Gras, das mit goldenen Glöckchen blühte. Sie zeigte den Reisenden den richtigen Weg und warnte vor Gefahr. Immer wenn Welwena im Wald ein Laut zu Gehör drang, der sich wie klirrende Glöckchen anhörte, dann lächelte sie, weil sie wusste: Fereja schützt ihren Besitzer...


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12. Story, Teil 1 (GW 12)

Beitrag  Turatso am Mi Sep 08, 2010 5:30 am


Dir sind Papiere über den Untersuchungsfall des Söldners aus dem Clan «Nächtliche Schleicher» in die Hände gefallen, in denen es sich um das Verschwinden des Hexenmeisters Unarius, Teil I, handelt. Hör aufmerksam zu, Krieger, und achte auf jedes meiner Worte.

Heute ging in der Stillen Bucht beim Clan "Nächtliche Schleicher" der Auftrag zur Untersuchung des Verschwindens des Zauberers Unarius ein, einer der größten Zauberer überhaupt. Ich wurde beauftragt, die Untersuchung durchzuführen, genauer gesagt, ich meldete mich selbst, weil der Prozess versprach interessant zu sein. Alle sachdienlichen Materialien werden ihm beigefügt, ich werde Aufzeichnungen führen, um sie denjenigen zu überlassen, die mich angeheuert haben. Vor nicht allzu langer Zeit wurde die Welt Feo von der schrecklichen Nachricht über den Tod des Zauberers erschüttert. Jedoch hat der Auftraggeber alle Gründe für den Verdacht, dass Unarius sich irgendwo versteckt, und dass sein Tod vom Zauberer selbst inszeniert wurde: es ist nicht sehr wahrscheinlich, dass der mächtige Zauberer plötzlich spurlos verschwinden konnte. Der Auftraggeber hat den Wunsch geäußert, unbekannt zu bleiben, sein Name wird in keinem der Papiere erwähnt werden. Ich möchte anmerken, dass er sehr an der schnellstmöglichen Bestimmung des Aufenthaltsortes des Zauberers interessiert ist. Der Grund dafür ist der innige Wunsch, das Geheimnis der Technologie und Wirkungsweise der Negatoren herauszubekommen. Dann wird es auf dieser Grundlage möglich werden, eine schreckliche Waffe zu erschaffen, die die Magie des Feindes im Kampf unschädlich machen kann! Diese Waffe wäre in der Lage, einem Zauberer, der auf der Seite des Gegners auftritt, seine Magie zu entziehen. Man kann sich vorstellen, wie überlegen ihr Besitzer werden könnte, zu welchem mächtigen und schrecklichen Gegner er würde! Genau zu diesem Ziel braucht der Auftraggeber den großen Zauberer, denn nur Unarius kennt das Geheimnis der Negatoren, und nur er könnte es mit der Technologie der Antimagie aufnehmen und eine ganze Armee unbesiegbar machen. Zusammen mit dem Auftrag wurde eine Anzahlung in Form eines Säckchens voll Gold abgegeben, die übrige Summe wird nach der Aushändigung des Berichtes über die erledigte Arbeit übergeben. Der Auftraggeber hat sich verpflichtet, alle Kosten, die mit der Durchführung der Ermittlung verbunden sind und die in ihrem Verlauf entstehen, zu übernehmen. Ich bin bereit, mich sofort an die Ausführung des Auftrags zu machen. Die bevorstehende Untersuchung scheint mir eine verworrene Sache zu sein, umso mehr, weil der plötzlich verschwundene Zauberer eine geheimnisvolle Persönlichkeit ist. Er ist einer der größten und mächtigsten Zauberer der Welt Feo, ein talentierter Erfinder. Er hat grandiose Entdeckungen gemacht, unter denen die unvergleichlichen Negatoren und die von viele ersehnte Schriftrolle der Zeit. Unarius hatte einige Anhänger, einer der ihm nahe stehenden Zauberer ist der Nekromant, der durch seine Neigung zur schwarzen Magie bekannt ist. Er führte ein Einsiedlerleben und vermied direkte Kontakte mit den Bewohnern der Welt. Viel Zeit verbrachte er in Abgeschiedenheit, nur umgeben von Zauberbüchern und Schriftrollen. Es ist schwer einen Zauberer zu finden, den man mit ihm vergleichen könnte, was seine magische Kraft und Erfindungsgabe betrifft. Das sind alle Informationen, die ich habe, deswegen beginne ich bei den ersten Strahlen Mirrous mit der Untersuchung. Alles, was ich sehe und höre, werde ich notieren. Zuerst muss ich mir den Tatort anschauen, wohin ich mich für den Anfang begebe... Das Papier mit den Aufzeichnungen von der Tatortinspektion wird der Angelegenheit beigefügt.

Besichtigung des Tatorts

Nach den vorhandenen Daten muss man die Heide Allajas für den Tatort halten, denn dort wurde Unarius zum letzten Mal gesehen. Ich erreichte den Tatort mittags. Die vorläufige Besichtigung brachte folgende Details an den Tag. Auf der Erde fand ich ein Pentagramm, geformt aus glatten, ebenen Steinblöcken. Jeder der fünf Spitzen ist mit einem Rollstein markiert, der sich von der Größe her von den Übrigen unterscheidet. Auf den Steinen bemerkte ich die undeutlichen Konturen eingravierter Symbole. So entdeckte ich auf einem der mit Moos bedeckten Rollsteine die Zeichnung einer Eiche – ein Baum. Auf einem anderem war ein Salamander dargestellt, der für das Feuer stand. Bemerkenswert ist, dass der Stein selbst mit Ruß bedeckt war, als wenn er verbrannt wäre. Auf dem dritten Rollstein waren die Umrisse einer Münze zu sehen – Metall. Auf der nächsten Spitze, die mit Lehm beschmutzt war, fand ich eine Fußspur – die Erde. Und der letzte Stein schließlich wies Feuchtigkeitsspuren einer auf ihm getrockneten Lache auf. Die Tropfen, die in ihm eingraviert waren, symbolisierten das Wasser. Ich war äußerst erstaunt über das Gesehene! Das Wissen, das ich von meinem Lehrer erhalten habe, und die Mitteilungen, die der Auftraggeber schickte, klärten das Bild auf: die Elemente auf dem Pentagramm stellten die Wechselbeziehung aller existierenden Gegenstände und Erscheinungen dar: der Baum erzeugt das Feuer, das Feuer erzeugt die Erde, die Erde erzeugt das Metall, das Metall erzeugt das Wasser, das Wasser erzeugt den Baum. In der Mitte des Pentagramms war das Gras zertreten, die Erde von zahlreichen Furchen und kleinen Kratern übersät. Außerdem fand ich Hautfetzen und Bruchstücke vergilbter Papiere, vom Wasser aufgeweicht. Aus allem, was ich gesehen habe, kann ich schließen, dass auf der Heide vom Zauberer irgendein magisches Ritual durchgeführt wurde, dessen Zweck mir allerdings vorerst ein Rätsel bleibt. Aber eins ist klar – dieses Ritual hat eine unmittelbare Beziehung zum Tod, oder nach meinen Informationen, zum Verschwinden von Unarius, und deswegen muss ich darüber möglichst viel erfahren. Mehr konnte ich nicht finden, weil der Wind und Regenschauer praktisch vollständig alle Spuren zerstört und damit alle Beweisstücke verdeckt haben.

Magische Bücher sind mir leider nicht zugänglich, aber selbst wenn ich sie für einige Zeit besitzen könnte, würde ich wohl kaum die antike Sprache der Zauberer entziffern können, in welcher die meisten von ihnen geschrieben sind. Die Befragung derjenigen, die irgendeine Beziehung zu Unarius hatten, hat nichts gebracht. Der Zauberer war ein Einzelgänger und hat niemandem seine Gedanken anvertraut. Deshalb schien mir die einzig richtige Lösung die Befragung der Augenzeugen des Verbrechens jener schrecklichen Nacht auf der Heide Allajas, die ich der Angelegenheit beifüge. In dem Moment, als es mir bereits schien, dass sich der Knoten der Verwirrungen lösen würde, erschienen neue Tatsachen, die neue Facetten dieses merkwürdigen Vorfalls erblicken ließen...


Zuletzt von Turatso am Mi Sep 08, 2010 5:52 am bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet

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12. Story, Teil 2 (GW 13)

Beitrag  Turatso am Mi Sep 08, 2010 5:42 am


Unter anderem hast du die Papiere über den Untersuchungsfall des Söldners aus dem Clan «Nächtliche Schleicher» gefunden, in denen es sich um das Verschwinden des Hexenmeisters Unarius, Teil II, handelt. Ich werde dir sagen, worum es sich dabei handelt. Also höre gut zu und gib acht, denn jedes Wort könnte von großer Wichtigkeit sein!

Das Verhör der Augenzeugen über den Fall des Verschwindens von Magus Unarius.

Angaben, die von dem Bauer Felonij stammen, und genau niedergeschrieben wurden
«An diesem unglückseligen Tag schliff ich seit dem frühen Morgen die Klinge meines Pfluges. Das Wetter verschlechterte sich allmählich und ich musste unbedingt das Nachbarfeld aufackern. Ich dachte mir schon, dass ich es auf keinen Fall schaffen würde, bevor es anfängt zu regnen. Da sah ich plötzlich diesen Alten rennen. Ehrlich gesagt erkannte ihn nicht gleich, er lief viel zu schnell. Und das interessanteste an der Sache ist, dass er etwas vor sich hin murmelte, über irgendeinen Erdmann. Gelen, Galum, Golem...Wie nannte er ihn denn?! Schon seit meiner Kindheit bin ich sehr neugierig. Ich stürzte direkt zur Heide hinter ihm her. Der Hexenmeister bemerkte niemanden um sich herum, völlig in sich gekehrt, wurde er fast irrsinnig … Scheinbar deswegen ließ er seine Papiere fallen. Ich dachte mir, ich hebe es auf, es kann ja sein, dass sie nützlich sein können…Ich versteckte sie an der Brust und lief davon. Als ich zu Hause ankam, fing es an zu regnen. Da habe ich meinen Fund, der unter meinem Hemd war, total vergessen. Als ich mein Werkzeug in der Scheune versteckte, wurde mein Hemd durch und durch nass. Ich holte die Zettel heraus, und sah, dass die Tinte darauf total verschmiert war und das Papier ganz weich wurde, so dass man es kaum in den Händen halten konnte. Es blieben nur Papierstücke übrig, und das Gekritzel des Magus ist sehr schwierig zu erkennen. Er drückt sich sehr merkwürdig aus, irgendwie nicht unserer Sprache gewöhnlich…»…

Vom Bauer Felonij erhielt ich Papierstücke, die beim näheren Anschauen als Notizen aus dem Tagebuch des Magus Unarius erkannt wurden. Sie konnten kein Licht auf die Ereignisse dieser regnerischen Nacht werfen, im Gegenteil, ich wurde nur noch mehr verwirrt. Möglicherweise sind sie vollkommen nutzlos! Im Moment ist es überhaupt nicht klar, worum es sich in diesen Papieren handelt und was der Magus dort beschrieb. Ich versuche die Stücke zusammenzubringen. Einige Stellen sind gar nicht zu erkennen. Aber das gesamte Bild wird klar!

Heil gebliebene Bruchstücke aus dem Tagebuch des Unarius

Bruchstück Nr.1
Die Welt heißt Dantar. Und ich bin bereit meinen Kopf vor ihrer unvorstellbaren Schönheit und Mächtigkeit zu verbeugen. Meine Absichten als Forscher sind würdevoll und frommherzig und ich darf noch nicht in den Lauf der Zeit dieser Welt eingreifen. Direkt bei der ersten Begegnung ist vor meinen Augen ein unglaubliches Wunder erschienen! Die Wand aus schwarzen Steinen überragte mich und der Gipfel des Tempels ragte in den Himmel. Ich bekam schlechte Nachrichten darüber, dass die mächtigen Kräfte des uralten Gewehrs in diesem Gebäude, als ob ...
Unbekannte Rassen bevölkern Dantar. Sie führen Kriege untereinander. Die Körper und der Verstand beider Rassen unterscheiden sich. Die einen haben in meiner Seele ein Ekelgefühl erregt: ihre verfaulten Körper verbreiteten einen Gestank und ihre Hässlichkeit konnte sogar das Chaos ausstechen.
Die anderen fesselten meinen Blick, mächtig und schön, mit ihren beflügelten Pferden vorbeirasend.
Das Gute und das Böse können sich nicht miteinander vertragen, jede Rasse neigt zu einem bestimmten Urelement: zum Dunklen oder zum Hellen.
Und daraus wurde diese Welt erschaffen. Die Kraft der Urelemente ist im Herz von Dantar enthalten, was auch sein Leib ist. Eine riesige Energie ist in diesem magischen Stein eingeschlossen...


Bruchstück Nr.2
Mich verlässt nicht der Gedanke an die Schöpfung der menschenähnlichen Riesengestalt, des tötenden Feindes. Das Hexenbuch schenkt mir die mächtigen Kenntnisse, lässt meinen Verstand nicht zweifeln, denn ich bin fähig einen Golem zu erschaffen. Mit Hilfe eines magischen Aktes wird er aus der Erde geboren, um…

Das Tagebuch von Unarius verwickelt sich in dieser Angelegenheit, so dass es mir nicht möglich erschien zu erkennen, wie es mit dem Ritual auf der Heide Allajas verbunden ist. Aus dem Tagebuch folgt, dass dieser Hexenmeister diese rätselhafte und uns unbekannte Welt besucht hat. Aber wie ist das möglich? Wahrscheinlich hat es etwas mit der von ihm geschaffenen magischen Schriftrolle auf sich, die ermöglicht durch Zeiten zu reisen. Vermutlich haben diese Völker früher unsere Welt besiedelt. Oder wurde der Hexenmeister irrsinnig, wie viele behaupten? Ich habe mich entschlossen den Nekromanten über diese Schriftrolle der Zeitreisen zu befragen. Er war einer der eifrigsten Adepten von Unarius. Er könnte von vielen Sachen Ahnung haben! Ich lege eine Notiz an, in dem ich den grundlegendsten Kern des Gesprächs mit dem dunklen Magus Nekromanten berichte:

Auskunft, die ich aus dem Gespräch mit dem Nekromanten über die Schriftrolle der Zeitreisen erhalten habe

Die magische Schriftrolle wurde von Unarius erschaffen, um die Bewegung durch verschiedene Zeiten zu ermöglichen. Mit ihrer Hilfe kann man sich um mehrere Jahrhunderte zurück teleportieren, um die größten Ereignisse in der Geschichte der Welt Feo zu beobachten. Der Hexenmeister wollte schon längst diese Idee zustande bringen, und als er das verwirklichen konnte, war er die erste Zeit nur noch damit beschäftigt. Er hat niemals mehr über Dantar erzählt und sprach nie über den Golem. Darüber ist dem Nekromanten nichts bekannt. Um die Schriftrolle zu verwenden und Zeitreisen machen zu können, braucht man nicht so eine komplizierte Handlung durchzuführen. Der dunkle Magus glaubt, ausgehend davon, dass im Ritual Symbole des Elementenzusammenhangs vorhanden sind, dass es uralt ist und von Unarius während der Zeitreise erkannt wurde.
Außerdem erhielt ich noch einige andere interessante Informationen! Eins der Magiebücher, das die Beschreibung der uralten Elixiere beinhaltet, erzählt über eine Pentagrammzeremonie mit einem Salamander. Solche Rituale kommen selten vor. Der Autor des Buches ist ein schwarzer Hexer, der seine magischen Kräfte vor 500 Jahren verlor. Es besteht die Wahrscheinlichkeit, dass Unarius mit Hilfe dieses Hexers sein Ritual an dem Tag vollbrachte. Der Nekromant zweifelt gar nicht daran, dass Unarius umgekommen ist. Rituale des Elementenzusammenhangs sind sehr gefährlich und jeder Hexenmeister weiß, dass diese Rituale oft zum Tod führen. Eine der Nebenwirkungen ist, dass man seine magischen Kräfte verlieren kann, was auch dem schwarzen Hexer passierte. Er starb als ein ganz normaler Mensch, da er seine Kräfte verlor. Eine gewisse Jungfrau Galendia, die eine Verwandte des Hexers sein soll, hat seine Notizen...


Es stärkt sich die Gewissheit in mir, dass die Wurzel des Problems des Verschwindens von Unarius mit dem rätselhaften Ritual zu tun hat. Wenn man dieses Rätsel löst, wird man erfahren, was mir Unarius passierte. Aus dem Gespräch mit dem dunklen Magus Nekromant folgt, dass man unbedingt mir der Galendia reden sollte und sie um Erlaubnis bitten die Notizen vom schwarzen Hexer zu lesen. Allerdings ist es komisch, dass der Nekromant sich so sicher ist, dass sein Lehrer tot ist. Ich begebe mich in die Stadt zu der Verwandten des schwarzen Hexers! Es kann sein, dass die Lösung des Rätsels nahe ist!

Turatso
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12. Story, Teil 3 (GW 14)

Beitrag  Turatso am Mi Sep 08, 2010 6:04 am


Unter anderem hast du die Papiere über den Untersuchungsfall des Söldners aus dem Clan «Nächtliche Schleicher» gefunden, in denen es sich um das Verschwinden des Hexenmeisters Unarius, Teil III, handelt. Höre mir gut zu und achte auf jedes meiner Worte.

Die Frau ist ziemlich jung, fromm und hat ein sanftes Gemüt. Ihr Stamm gründet in uralten Zeiten und ist einer der geehrtesten der Stadt. Seit Jahrhunderten hat man in Galendias Familie die Schriftrollen mit Notizen des schwarzen Hexers aufbewahrt. Aber leider sind nur wenige heil geblieben. Der Hexer hat die meisten Notizen kurz vor seinem Tod vernichtet.
Die junge Frau erzählte mir die Familienlegende über den Alten, der, wie ich vermute, möglicherweise Unarius selbst war. Um keine Detail zu verpassen, schrieb ich Wort für Wort alles nieder, was Galendia mir mitteilte.

Den Untersuchungpapieren dieses Falls ist jetzt noch der Zettel mit der Geschichte über Gelendias Familie beigelegt.

Die Geschichte über den geheimnisvollen Gast
Mein Vorfahr war ein schwarzer Hexer, einer der begabtesten Meister der Elixierherstellung. Er besaß Kenntnisse über viele komplizierte Rezepte, die er in einem Magiebuch zusammensammelte. Es war seit uralten Zeiten ein Brauch, dass man solche Magiebücher auf einer nur den Magiern und Hexern bekannten Sprache schrieb. Jetzt wird diese Regel nicht mehr immer eingehalten, aber damals hat man die Bräuche sehr zu schätzen gewusst. Sarakes, so hieß der Vorfahr, begeisterte sich für gefährliche Rituale unter Einbeziehung von Salamandern, die den Eidechsen, den Wesen, die im Feuer leben, ähnlich sind. Diese Salamander sind unauflöslich mit dem Erdelement verbunden, deswegen ist sogar die Verwendung ihrer Abbildung gefährlich, wo auch immer es sei. Wegen falscher Deutung und Eile bei der Ritualdurchführung des Elementenzusammenhangs wurden Sarakes seine Magiekräfte weggenommen. Das einzige, was ihn jetzt noch mit Magie verband, war, dass er die Fähigkeit in der Magiesprache zu schreiben nicht verlor.
Einmal, als er einen der Bräuche niederschrieb, klopfte jemand an die Tür seiner Zelle. Er öffnete die Tür und sah einen grauhaarigen Alten vor sich, in dessen Augen Weisheit leuchtete. Der Unbekannte offenbarte ihm, dass er aus der Ferne kam und sich das Magiebuch anschauen wollte. Sarakes spürte sofort die Energie, die von seinem Gast ausging und stellte keine überflüssigen Fragen. Da er wusste, das nur ein echter Magier diese Buch lesen könnte, öffnete er das Buch vor dem Alten. Der Unbekannte verbrachte den ganzen Tag mit dem Lesen dieses Buches, danach ging er dankend fort. Es vergingen einige Tage. Als der Vorfahr das Buch wieder las, fand er merkwürdige Zeichnungen an den Seitenrändern. Er wusste, wer diese hinterlassen hatte und was sie bedeuteten! Auf den Zeichnungen war jenes Element. Wegen seiner falschen Abbildung hatte der schwarze Hexer alles verloren: Nicht eine Handvoll Erde sollte den Stein des Pentakles umkränzen, sondern eine Fußspur, die sie berührte! Er nahm seine Notizen und kritzelte etwas dort hinein... In einem Wutanfall riss er die Blätter aus dem Magiebuch raus und schmiss sie ins Feuer, danach nahm er einen Stoß der Schriftrollen und warf sie hinterher. Bis ans Ende seines Lebens rührte er die Notizen und Bibliothek der Magie nicht mehr an.


Ich habe fast keine Zweifel mehr, dass der geheimnisvolle Gast der von mir gesuchte Hexenmeister ist. Unarius machte sich auf den Weg in die Vergangenheit, um mehr über das Ritual des Elementenzusammenhangs zu erfahren, das aus dem Buch herausgerissen wurde. Und er hat es geschafft!
Es hat mich sehr verwundert, dass Galendia so lebendig meine Bitte annahm, die Notizen von Sarakes anzuschauen. Sie freute sich und sagte, dass wenigstens jemand davon Gebrauch machen kann. Die junge Frau erlaubte mir, die Notizen für eine kurze Zeit mitzunehmen, allerdings verlangte sie ein Versprechen von mir, dass ich sie ganz sorgfältig aufbewahre. Wie ich mich wunderte, als ich in diesen Notizen die Beschreibung der Zeremonie entdeckte, die derjenigen, die Unarius durchführte, ähnlich war! Wie aus den Zeichnungen und dem Ritual des Alten ersichtlich wurde, gab der schwarze Hexer genau die Handlungsreihenfolge wieder und entschlüsselte das Geheimnis des Rituals! Ich schrieb nicht das ganze Ritual ab, sondern widmete mich den besonders wichtigen Details und seinem Zweck!

Zu den Untersuchungpapieren dieses Falls ist jetzt noch ein Zettel mit Auszügen der Notizen vom schwarzen Hexer beigelegt.

Ritual der Wechselbeziehung zwischen den Elementen
...Und wenn alle Elemente vereint werden, wird sich der Kreis schließen! Die Eiche wird mit dem weichen Moos zuwachsen, der Salamander sein feuriges Zuhause finden, reines Wasser aus dem Stein sickern, die Fußspur sich mit braunem Ton bedecken und die Kupfermünze verwandelt sich in eine goldene! Und die Mitte des Pentagramms wird in glänzendem Licht erstrahlen! Und die Spuren dieser Handlung kann weder Wind noch Regen zerstören...
...Und wenn es möglich währe, etwas herzustellen, um in der Zeit zu reisen und diesen Gegenstand im Augenblick der Vereinigung der Elemente im Pentagramm anzuwenden, dann würde sich für einen Moment ein dimensionales Portal öffnen! Und der Weg in andere Welten würde sich vor uns erstrecken!...


Jetzt ist endlich alles klar! Das Ritual, welches der Hexer Unarius in dieser regnerischen Nacht durchführte, diente zur Fortbewegung zwischen verschiedenen Dimensionen! Wenn man alle Informationen, die ich während der Untersuchung des Falls gesammelt habe (Tatortuntersuchung, Zeugenvernehmung, gefundene Papiere), zusammenführt, dann ergibt sich ein genaues Bild von dem, was geschehen ist. Der Hexer Unarius ist in Wirklichkeit nicht gestorben! Es gibt schwerwiegende Beweise, dass der Zauberer durch ein dimensionales Portal in eine andere Welt gegangen ist und die Welt Feo verlassen hat. Am Ende meines Berichts kann ich die verrichtete Arbeit zusammenfassen und das Geschehen vor dem Verschwinden rekonstruieren.

Also...Der Hexer hat immer nach neuem Wissen gestrebt. Nachdem er die Zeit bezwungen hatte, wendete er sich ganz und gar der Lösung des Geheimnisses der dimensionalen Mysterien zu. Unarius studierte alle möglichen Bücher und fand heraus, dass man den Zeitkreislauf mit der Tabelle des Seins verbinden muss. Als er erfuhr, dass das Geheimnis des uralten „Rituals der Wechselwirkung“ verloren gegangen war, entschied er sich durch die Zeit zurückzureisen, um das benötigte Wissen über den Ritus vom bekannten Schwarzmagier zu erfahren. Denn dank der von ihm erfundenen Schriftrolle gab es für den Zauberer keine Grenzen der zeit mehr! Das uralte Zauberbuch und Sarakes halfen ihm das Wesen der Handlungen zu verstehen, aber es fehlte ein Element, welches für den Schwarzmagier ungelöst bleibt. Unarius bestimmte mit Leichtigkeit das fehlende Glied und malte es sogar zufällig auf den Seiten des Zauberbuchs, welche dann später vom wahnsinnig gewordenen Sarakes herausgerissen werden. Als Unarius in seine Zeit zurückkehrte, brach er zu seiner ersten Reise durch die Dimensionen auf und landete höchstwahrscheinlich in einer Welt mit dem Namen „Dantar“. Man kann nur schätzen, wie viele Male Unarius sich zwischen den Welten hin und her bewegt hat. Wahrscheinlich entschied er sich endgültig nach Dantar überzusiedeln. Am Tag seines Verschwindens hat sich der Hexer wegen des Regens sehr beeilt, weil dieser bei dem Ritual hätte stören können. Die Reise in die andere Welt hat jedoch statt gefunden. Das bezeugen die Spuren auf den Steinen bei der Besichtigung der Heide Allajas.

Den Fall kann man als geschlossen betrachten. Ich habe festgestellt, dass der Hexer Unarius die Welt Feo verlassen und in eine andere Welt gereist ist. Diese Welt ohne das Wissen und die Erfindungen von Unarius zu finden scheint unmöglich. Deswegen schließe ich somit den Fall. Alle meine Erkenntnisse werden dem Auftraggeber übergeben, sobald der Rest des Honorars bezahlt wurde.

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13. Story (GW 15)

Beitrag  Turatso am Mi Sep 08, 2010 6:06 am


Dir ist ein Fragment aus der Chronik der Bruderschaft der Tugend, geführt seit dem Anfang ihrer Entstehung, in die Hände gefallen. Hör aufmerksam zu, Krieger, und achte auf jedes meiner Worte.

Vor langer Zeit, dreihundertacht Tage nach der Ankunft Schearas, erhielt unser Kloster einen neuen Novizen. Er kam von weit her, sein junger und wissbegieriger Verstand gewann unsere Neigung, und die Güte seines Herzens vertrieb alle Zweifel an der Richtigkeit unserer Entscheidung. Wir fingen an, mit ihm unser Obdach und Brot zu teilen, und er zahlte es uns mit Gehorsam und Demut zurück. Der frischgebackene Bruder hieß Mamaluka, und der Name, wie sich später herausstellte, entsprach ihm vollständig, denn so nannten man in den alten Zeiten Menschen, deren Seele zu Eitelkeit neigt. Er war ein fleißiger Schüler, eignete sich alle notwendigen Manuskripte relativ schnell an und studierte die antiken Schriften. Leidende wendeten sich an ihn und baten um Hilfe, denn er lehnte niemandem gegenüber weder Segensrollen noch gute Worte ab. Es gab nichts, was Mamaluka nicht über Zerstörer wusste, und es schien, dass sogar das heilige Feuer ihm wohl gesonnen war. Wir verwenden alle Kräfte auf die Herrschaft des Guten und der Gerechtigkeit in der Welt, rufen zur Barmherzigkeit und Geduld in Beziehungen zu unseren Nächsten auf, und ein Teil unserer allgemeinen Beschäftigungen wurde verdienterweise Mamaluka. Er beteiligte sich immer am aktivsten an den Versammlungen der Bruderschaft, seiner Meinung wurde Gehör geschenkt, denn er war er ein geschickter und erfahrener Meister. Das einzig, was uns bedrückte, war der Bruder Mamalukas Wunsch, aus allem einen Vorteil zu ziehen. Imme wieder bemühte er sich uns mit flammenden Reden und brennendem Blick zu überzeugen, dass es mehr Nutzen für die Bruderschaft bringen würde Segen zu verkaufen, dass indem wir sie nach rechts und nach links verschenken, die Bruderschaft nur daran zu hindern, eine mächtige Organisation zu werden. Dieser Gedanke verließ ihn nicht, er belastete sein Denken schwer. Und damit sprengte er unsere ureigenen Grundsätze, denn ein gutes Wort ist die beste Dankbarkeit für uns. Aber wir maßen seinen Aussprüchen keine Bedeutung bei, weil seine Verdienste unbestreitbar waren und er redlich seine Pflicht erfüllte. Wenn wir uns damals vorstellen hätten können... Aber wir fingen an Ungutes zu bemerken: Mamaluka verschwand tagelang irgendwo, seine Zelle stand leer. Und wenn er erschien, so streifte er schwärzer als eine Regenwolke durch die engen Gänge, wurde verschlossen und wollte mit niemandem sprechen. Und als er eines Abends in den Türen mit dem ehrenwerten Mönch Sinegao zusammenstieß, fiel aus dem langen Priesterrock Mamalukas ein glitzernder blutigroter Rubin heraus. Sinegao war stark kurzsichtig, aber solchen Glanz konnte er unmöglich nicht bemerken. Und da erkannten wir die furchtbare Wahrheit! Mamaluka warf die Hände in die Höhe, lachte laut und schrie alles heraus, was sich in seiner Seele angesammelt hatte und ihn zeriss. Er nannte uns einen Haufen verblendete Dummköpfe, die bis zum Ende ihres Lebens eine bettlerhafte Existenz fristen würden. Er sagte, dass er nicht im Geldmangel dahinvegetieren wolle, wenn er für seine Erkenntnisse und Hilfe eine gute Bezahlung von Gold und den Edelsteinen bekommen könne, und dass er nicht länger wünscht, seine Talente vergebens zu verschwenden. Mit diesen Wörtern verließ uns Mamaluka. Niemand hielt ihn auf oder vielmehr keiner wagte es. Und nach einigen Tagen fingen seltsamen Sachen an in der Welt Feo zu geschehen. Zu uns kamen immer wieder Krieger, die klagten, dass die auferlegte Magie der Apotropie sie nicht vor Flüchen schützte und ihre wundertätigen Eigenschaften verloren habe. Wir begriffen nichts. Sich mit Vermutungen quälend, warteten wir Neuigkeiten, und sie kamen zu uns, aber ganz und gar nicht von da, woher wir sie vermuteten. Ein sterbender Kämpfer erzählte uns von einer blutigen Schlacht nicht weit vom Dickicht des Waldrausches: als es schien, dass die Schlacht schon gewonnen war, erschien ein kleiner Mensch mit im Wind flatternden Haaren. Er hob einen geheimnisvollen Stab über den Kopf - und blitzschnell verflüchtigten sich die rettenden, von der Bruderschaft geschenkten, Zauber. In seinen Augen glänzten Funken der Eitelkeit! Wir konnten das Gehörte nicht glauben: nur ein Mensch passte so auf die Beschreibung! Die Nachricht über den Mamalukas Verrat lag wie ein Stein auf unseren Herzen, ein Feuerpfeil durchbohrte sie und verbrannte sie völlig. Wir erinnerten uns an seine Abschiedswörter und ließen die Köpfe hängen. Mamaluka hatte der Versuchung nachgegeben, war in der endlosen Jagd nach Macht und Reichtum auf die Seite unserer Erzfeinde übergetreten und hatte die Ideale der Bruderschaft verraten. Alle Geheimnisse, in die er eingeweiht war, waren in die Hände der Übeltäter übergegeben. Wie wir erfuhren, suchten sie schon seit langem unter uns einen gierigen Menschen mit unbezähmbarem Stolz, einen, der der Versuchung des Geldes nachgeben würde und bereit ist alles zu machen, dass seine Selbstliebe unterhält. Dieses war ein Test für jeden: Mamaluka hat sich als schwacher Geist erwiesen. Aber schlimmer als alles wurde, das ungeheuere Werk des Verräters: um das Wohlwollen der gesandten Verdammten zu erwerben, ihr Vertrauen zu gewinnen, wurde der Stab erschaffen, mit dessen Hilfe man jede der Magien der Bruderschaft der Tugend zerstreuen kann. Mamaluka selbst legte die tödliche Waffe in die Hände des Feindes. Aber wir ließen nicht die Hände sinken, denn die Welt ist noch nicht vollkommen, und umso edler und wertvoller ist unser Streben, das Gute nach Feo zu bringen, Weisheit zu erreichen und die Seelen der Lebenden mit Geduld zu füllen.

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14. Story (GW 16)

Beitrag  Turatso am Mi Sep 08, 2010 6:08 am


Du hast einen Ausschnitt aus dem großen Buch der Wahrsagungen und Vorhersagen gefunden. Krieger, hör genau zu, und achte auf jedes meiner Worte.

Vor langer Zeit, die Jahrhunderte zurückliegt, bekam der Lehrling eines großen Zauberers einen schweren Auftrag von seinem Meister:

Einen Gegenstand zu erschaffen, der die Bedürfnisse von jedem befriedigen kann. Und so wurde der Würfel Dzungo erschaffen, ein kniffliges Rätsel, dessen Name als "Antwortgebender" aus einem uralten Dialekt übersetzt wird. Der Würfel war in der Lage, jede Frage seines Besitzers zu beantworten, vorausgesetzt, dieser konnte ihn zusammensetzen. Der junge Zauberlehrling war sehr aufgeweckt, und deswegen gelang ihm das Rätsel sehr gut. Nicht jeder konnte dieses Rätsel lösen, und selbst denen, die es lösen konnten, hat es nicht immer Trost gebracht...

Das Artefakt ist ein hölzerner Würfel bestehend aus 26 kleinen Figuren, die man auf Achsen, die von außen nicht sichtbar sind, bewegen kann. Jeder der neun Figuren jeder Seite des Würfels symbolisiert eine spezifisches Gefühl. Nahezu jedes Lebewesen ist in der Lage, diese zu empfinden: Freude, Trauer, Zorn, Angst, Staunen, Interesse, Mitleid, Scham und Liebe. Mithilfe des Drehens der Seiten des Dzungo kann man diese Figuren in sehr vielen unterschiedlichen Konstellationen anordnen. Das Rätsel ist erst dann gelöst, wenn man beim Drehen alle Figuren, die ein und dasselbe Gefühl symbolisieren, zusammen auf einer Seite des Würfels anordnet. Aber es ist nicht so leicht, den Dzungo-Würfel richtig zusammenzubauen. Nicht jeder hat die Kraft sein Geheimnis zu erfassen. Jedes dieser Gefühle ist eigentümlich, einzigartig und manche vertragen sich nicht mit einander. Die Figur der Trauer stellt sich nicht neben die der Freude, Mitleid wird sich nicht zum Zorn drehen... Aber wenn man es schafft den Würfel zu beherrschen, dann öffnet er einem sein Geheimnis! Man bekommt die Chance, dem Würfel eine beliebige Frage zu stellen und erhält augenblicklich die Antwort auf diese. Aber soll man wirklich mit dem Schicksal spielen? Dieses Spiel könnte ziemlich gefährlich werden. Man weiß nicht, was es einem bringen wird - Glück oder Elend! Der Würfel Dzungo prüft seinen Besitzer wie eine lebendige Substanz, die durch die Körperwärme erweckt wird, den Herzschlag spürt und spricht ihm nach. Das heimtückische Artefakt kann das Gefühl aufzwingen, welches man als letztes zusammengesetzt hat. Viele haben schon versucht dieses einmalige Rätsel zu lösen, aber nur bei wenigen hat es funktioniert. Soll man wirklich auf alle Fragen eine Antwort suchen? Manchmal ist es besser in Unwissenheit zu leben. Denn der Würfel Dzungo könnte einen zu hohen Tribut fordern.

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15. Story (GW 17)

Beitrag  Turatso am Mi Sep 08, 2010 6:11 am


Dir ist ein Fragment aus dem großen Buch der Weisheit von Basard, dem Auserwählten, in die Hände geraten. Hör aufmerksam zu, Krieger, und achte auf jedes meiner Worte.

Die Wächter der Tore des Wissens

Das legendäre Tor des Wissens erhebt sich am Fuß des Klagehügels majestätisch in den Himmel. Es ist nicht jedem gegeben, durch sie hindurchzugehen, aber derjenige, der Antworten auf die gewünschten Fragen erhält, wird die Hand der Weisheit spüren. Schon viele Jahrhunderte bewachen das Tor drei Steinstatuen, weder Wind noch Regen kann sie erschüttern. An diesen Beschützern kann kein lebendiges Wesen vorbeifliegen und kein körperloser Geist durchschlüpfen. Die schweigenden Wächter bewahren auf ihrem ewigen Posten das große Geheimnis des Tores, aber einst waren ihre Körper von lebendigem Fleisch... In jenen fernen, friedlichen Tagen, als der heilige Guutschar unter dem wachsamen Auge der schwarzgeflügelten die Vögel Gur noch seine majestätische Macht bewahrte, herrschte in Feo die Ruhe. Drei schöne Jungfrauen-Riesinnen erschienen auf den Weiten der neuen Welt. Sie hatten so weiße Haut wie die Wolken über dem Tempel des Auserwählten. In ihren sanftmütigen Gesichtern konnte man Weisheit erkennen, sie strahlten Harmonie aus, und es schien, als ob sie die Antwort auf jede der Fragen des Daseins kannten. Die Jungfrauen siedelten sich abgeschieden auf den Weiten der neuen Welt an, nicht weit vom Tor des Wissens, und lenkten vom ersten Augenblick die Aufmerksamkeit auf sich. Jeden Tag verbrachten sie ihre Zeit damit, einige Stunden mit der spitzen Feder eines unbekannten Vogels etwas auf eine endlos lange Schriftrolle aufzuzeichnen. Kaum berührte die Feder das getrocknete Papier mehr als einige Minuten nicht mehr, begann die Schriftrolle langsam, in der Luft zu tauen und verschwand. Das Manuskript der Riesinnen war so sonder- und wunderbar, dass es den Kontakt mit jedem vermied. Einmal stieß einer der Auserwählten ganz zufällig auf ihre Unterkunft. Er erschrak nicht, als er die riesige Größe der Unbekannten sah, sondern war von ihrer Anmut bezaubert und bat einfach darum, Wasser aus der Quelle trinken zu dürfen, die sich neben dem Haus befand und verabschiedete sich. Am nächsten Tag entschied sich der junge Weise, den großmütigen Jungfrauen zu danken und begab sich wieder zu ihnen. Da er im weiträumigen Haus Niemanden antraf, wollte er schon wieder weggehen, als er eine ungewöhnliche Feder von seiner Größe sah. Der Auserwählte berührte sie und fühlte, dass sie nicht mehr als die Blätter der wunderbaren Blumen wog, die auf der Wiese des Vergessens wachsen. Mit dem flaumigen Ende legte sich die Feder leicht in seine kleine Hand, und das andere Ende tauchte in etwas Festes. Und im selben Augenblick erschien in der Luft langsam eine riesige Schriftrolle aus Papier. Der Jüngling glaubte seinen Augen nicht! Er hatte sich kaum von der Überraschung erholt, als die weißhäutigen Riesinnen ins Haus herein stürmten. Außer sich vor Zorn, überschütteten sie den ungebetenen Gast mit Flüchen in ihrer fremd klingenden Sprache. Eine von ihnen holte mit ihrer riesigen Hand aus und schlug den Auserwählten mit aller Wucht. Die Kraft dieses Schlages reichte aus, dass der Unglückliche sich auf immer vom Leben verabschiedete. Dies war der erste Mord an einem Auserwählten seit ihrer Erschaffung durch den Gott Boliwachar. Im selben Augenblick erschien Boliwachar den Jungfrauen, die mir gesenkten Blicken vor ihm standen. Er verwandelte sie für ihr Vergehen in drei riesige Steinstatuen, wobei er sie nicht der Sprache beraubte, und befahl ihnen, ewig das Tor des Wissens zu bewachen. Von jenem Tag an zieren ihre Figuren den Eingang ins Kloster der Weisheit und bringen auch erfahrene Gelehrte zum Zittern, weil die scharfsichtigen Jungfrauen jeden auf die Probe stellen. Es ist nicht einfach, den Standort der Wächter aus weißem Stein zu ereichen und den Schlüssel vom Tor zu bekommen. Man muss ein spezielles Ritual durchführen, das aus Verbeugungen besteht, um die Aufmerksamkeit der stolzen Riesinnen auf sich zu lenken: in einer bestimmten Ordnung und einer jeweils genauen Anzahl muss man sich vor jedem der Steinstatuen bis zu Erde verbeugen. Und nur dann werden die majestätischen Wächter den Zugang zum Haus der Weisheit öffnen, dessen Eingang von uns versiegelt wurde, den Auserwählten. Das Tor verbirgt ein uraltes Geheimnis, denn es ist fähig, die heilige Stelle des Wissens zu schenken. Und die Auskünfte verfügen manchmal über eine unglaubliche Kraft und können nicht nur brennende Probleme, sondern auch das Schicksal ganzer Völker entscheiden.

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story 16 (GW 18)

Beitrag  Turatso am Di Sep 21, 2010 9:12 pm


Zu jenen ruhmreichen und fernen Zeiten, als im Elttal noch Ruhe herrschte, und es noch keine blutigen Kriege gab, die die Welt mit Grausamkeit peinigen würden, geschah etwas, was das ruhige Leben der fleißigen Zwerge in große Aufregung versetzte. Während der Arbeit unter Tage beim Abbau von Silbererz stieß einer der Zwerge mit seinem Hammer an etwas Ungewöhnliches. Mit einem lauten Zischen flogen in alle Richtungen orange-rote Funken und ein schweres Dröhnen füllte die niedrigen Labyrinthe der Höhle – das eiserne Werkzeug traf mit seinem Schlag offenbar eine Stahlwand, hinter der sich, nach dem Dröhnen zu schließen, ein Hohlraum befand. Die Wand entpuppte sich als massive Tür, bedeckt mit Rost, der durch die Feuchtigkeit der unterirdischen Gänge hervorgerufen wurde, auf der Schriftzeichen in einer unbekannten Sprache eingraviert waren. Es schien jedoch unmöglich die Tür zu öffnen: es gab weder einen Griff noch ein Schloss. Jeden Tag versuchten die fleißigen Männchen beim Aufgang Mirrous dieses Bollwerk einzunehmen. Und als sie schon fast verzweifelten, gab der feste Stahl nach: ein kleines Loch mit ungleichmäßigen Rändern, wie mit den Reißzähnen eines riesigen Tieres ausgerissen, klaffte im dunklen Korridor. Innerhalb einiger Augenblicke vergrößerten die Zwerge das Loch mit angestrengten Schlägen ihrer Äxte, und ein paar von ihnen von begaben sich mit brennenden Fackeln hindurch. Vor ihren Augen erstreckte sich eine sonderbare Gruft, gänzlich abgedeckt von silberweißem Spinnengewebe: Im Zentrum, auf einem kleinen Podium, erhob sich ein Sarkophag aus Ebenholz. Das dunkle Holz hatte sich glänzend erhalten, unberührt von der Zeit und den unterirdischen Insekten. Der schwere Deckel ließ sich nur mit Mühe bewegen, als die ganze Gruppe an Zwergen, keuchend und fluchend, sich dagegen stemmte, um ihn von der Stelle zu schieben. Endlich segelte die hölzerne Platte mit einem dumpfen Pfeifen und ausgedehnten Knirschen zu Boden, wo sie unter Gepolter zusammenbrach. In entfernten Korridoren hallte das donnernde Echo und kleine Steinchen bröckelten von den alten Wänden herunter. Im Sarkophag lag, als ob er lebendig wäre, ein Zauberer, in schwarzes, mit Goldstickereien verziertes Samt eingewickelt. Wenn die Zwerge die antike Sprache hätten entziffern könnten, so hätten sie mühelos die Inschrift auf der Tür lesen können und hätten gewusst, dass in der Gruft der Körper eines mächtigen Zauberers ruhte, der für die von ihm vollzogenen Übeltaten zur ewigen Vergessenheit verurteilt wurde. Aber die mutige Bergarbeiter wussten nichts davon. Das Einzige, was sie verstanden, war: das Grab gehörte einem Zauberer, denn niemand anderer hätte es geschafft, sich so gut in den feuchten Höhlen des Berges zu erhalten. Sie entschieden, nichts zu berühren, nur die Totenmakse vom Gesicht des Zauberers abzunehmen, um mit ihm ein Ritual durchzuführen und bei den Geistern um Vergebung für die Öffnung des Sarkophags zu bitten. Für alle Fälle mauerten sie den Eingang zur Gruft zu. Zurück im Tal, bemerkten die Zwerge, dass die Maske sich wesentlich verändert hatte. Ein unnatürlich großer Mund mit einem tierischen Zähnefletschen hatte sich ausgebreitet, scharfe Reißzähne hatten sich gebildet, und riesige leere, unheilverkündende Augenhöhlen klafften auf dem vor Schmerz entstellten Gesicht. Die Maske des Grauens, so nannten die Zwerge von nun an die häßliche Totenmaske, wurde im Lagerhaus unterbracht und erwartete mit Ungeduld ihre Stunde. Zum ersten Mal wurden ihre geheimnisvollen Fähigkeiten entgedeckt, als einer der Wächter sie sich zufällig aufsetzte. Im selben Augenblick flammte vor ihm ein herzzerreißendes Bild auf: der Zwerg ging im reißenden Fluss unter. Die Vision war so deutlich und detailliert, als wenn alles wirklich geschähe. Vor Angst zitternd, erzählte der Wächter, dass die teuflische Maske seine Gedanken gelesen, seine stärkste Angst erkannt und sie reproduziert hätte. Damals wurde die schreckliche Kraft der Totenmaske entdeckt! Jeder, der sie anzog, begann unheimliche Visionen und schreckliche Träume zu sehen, in denen widergespiegelt war, wovor sich er im Leben am meisten fürchtete. Einige sahen, wie rote Feuerflammen ihre Körper verschlangen, andere - den Fall aus einer unglaublichen Höhe auf spitze Steine, wieder andere - Monster, die ihren Körper in Stücke rissen. Eine unendliche Menge verschiedener Gestalten des Todes erstand vor den Augen der Unglücklichen. Es Schien, dass die unbekannte Kraft ins Unterbewußtsein eindrang und die furchtbarsten Alpträume zum Leben erweckte. Das Artefakt flösste den Zwergen Angst ein, sie fürchteten es. Es verwundert nicht, dass entschieden wurde, sie als Strafe zu verwenden. Wenn das Vergehen klein war, wie eine betrunkene Schlägerei oder ein kleiner Diebstahl, so wurde die Maske für einige Minuten, manchmal nur Augenblicke aufgesetzt. Und wenn jemand eine ernste Strafe verdiente, wurdeder Straftäter mit Lederriemen auf ein riesiges Brett gefesselt und die Maske des Grauens für lange Stunden und manchmal Tage aufgesetzt. Mancher ertrug diese Qualen nicht und starb, weil ihm das Herz riss, ein anderer wurde vor Angst verrückt. Die Maske des Grauens erfüllte die Schicksale von Verbrechern, der schwarze Zauberer setzte seine Übel sogar in der Vergessenheit fort, aber die weisen Zwerge fanden eine Möglichkeit, sie zum Guten zu Nutzen. Die strafende Kraft der Totenmaske war groß, sie half, ein friedliches Gleichgewicht im Elttal herzustellen. Aber genauso wie die Zwerge die Maske mit Leben füllten, so verließ die Magie sie, als der Letzte der Zwerge seine Existenz in der Welt Feo beendete. Viele Menschen und Magmaren, Zauberer und Propheten versuchten, die Kraft, die im Artefakt der Zwerge schlummerte, wiederzubeleben, aber bis jetzt ist es niemandem gelungen. Dennoch glauben viele, dass der Tag kommen wird, an dem die Maske des Grauens wieder jeden in den Abgrund der Ängste treiben wird, der es wagt die Totenmaske des bösen Zauberers aufzuprobieren.

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